+------------------------------------------------------------------+ | Anmerkungen zur Transkription | | | | Gesperrter Text ist als ~gesperrt~ dargestellt, kleinere Schrift | | als $kleiner$, Fettschrift als fett und Kursivschrift als | | |kursiv|. | | Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. | +------------------------------------------------------------------+
Erklärung der Abkürzungen.
Blblatt. = Blumenblatt. Blkr. = Blumenkrone. Bltn. = Blüten. br. = breit. -f. = -förmig (eif. usw.) fiedersp. = fiederspaltig. fiedert. = fiederteilig. Fr. = Frucht, Früchte. Frkn. = Fruchtknoten. ganzr. = ganzrandig. gefied. = gefiedert. H. = Höhe. Haarkr. = Haarkrone. l. = lang. od. = oder. Pfl. = Pflanze. -st. = -ständig (grundst. usw.). Stb.- = Staub- (Stbblatt usw.). verw. = verwildert. zerstr. = zerstreut. z. T. = zum Teil.
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A. Br. = Alexander Braun. Andrzj. = Andrzejowski. Aschrs. = Ascherson. Aschrs. u. Gr. = Ascherson und Graebner. DC. = De Candolle. Ehrh. = Ehrhart. Fl. Wett. = Flora der Wetterau. Kl. u. Gcke. = Klotzsch und Garcke. L. = Linné. Lmk. = Lamarck. M. B. = Marschall v. Bieberstein. M. u. K. = Mertens und Koch. N. v. E. = Nees von Esenbeck. P. B. = Palisot de Beauvois. P. J. M. = P. J. Müller. P. M. E. = Patze, Meyer und Elkan. R. Br. = Robert Brown. Rchb. = Reichenbach. R. u. Sch. = Roemer u. Schultes. Sch. u. Sp. = Schimper und Spenner. Schwgg. u. K. = Schweigger und Koerte. W. u. K. = Waldstein und Kitaibel. Wh. u. N. = Weihe und Nees. Willd. = Willdenow. W. u. Grab. = Wimmer und Grabowski.
Die Ziffern 1-12 bedeuten bei Angabe der Blütezeit die entsprechenden Monate.
Flora von Deutschland
Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen
Herausgegeben von
Prof. Dr. O. Schmeil und Jost Fitschen
Mit 1000 Abbildungen
Neunundzwanzigste Auflage
~bearbeitet von~
Jost Fitschen
1922
Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten
Spamersche Buchdruckerei in Leipzig
Vorwort zur 29. Auflage.
Seit einer Reihe von Jahren ist die »Flora von Deutschland« in fast unveränderter Fassung erschienen. Auch die vorliegende Auflage weist keine durchgreifenden Änderungen auf; doch sind in dem Bestreben, den Inhalt des Werkes mit den neuesten Ergebnissen der Wissenschaft in Einklang zu bringen, einzelne Tabellen teilweise einer Neubearbeitung unterzogen worden. An eine Erweiterung des Umfangs durch Aufnahme einer größeren Zahl von Kulturpflanzen ist aus naheliegenden Gründen in absehbarer Zeit nicht zu denken. Dafür ist als Ergänzung der Flora ein Werk gesondert erschienen[1], das eine Bestimmung der einheimischen und bei uns angepflanzten Holzgewächse ermöglicht und auf das Interessenten hiermit verwiesen werden.
~Altona~, im Frühjahr 1922.
~Jost Fitschen.~
Vorwort zur 10. Auflage.
Die vorliegende neue Ausgabe hat nach verschiedenen Richtungen hin nicht unwesentliche Änderungen erfahren.
Wie schon eine flüchtige Durchsicht des Buches zeigt, sind im speziellen Teile die Familien in anderer Reihenfolge als bisher aufgeführt. Diese Änderung erfolgte, weil das System, das den früheren Auflagen zugrunde gelegt war, dem heutigen Stande der Wissenschaft nicht mehr recht entspricht. In Übereinstimmung mit dem »Lehrbuche der Botanik« ist vielmehr das von ~Alexander Braun~ aufgestellte und von Eichler, Engler, Wettstein u. a. Forschern weiter ausgebildete natürliche System zur Anwendung gekommen.
Während es sich hierbei in der Hauptsache nur um eine andere Gruppierung des Stoffes handelt, an die sich jeder Benutzer des Buches schnell gewöhnen wird, ist eine weitere Änderung von mehr einschneidender Bedeutung. Zum Bestimmen der Familien und Gattungen dienten bislang zwei Tabellen, von denen die eine nach dem natürlichen, die andere aber nach dem Linnéschen System eingerichtet war. Die letztere ist mit der neuen Auflage in Fortfall gekommen. Wir entsprechen damit dem Wunsche vieler Schulmänner, die das Linnésche System vom Unterrichte vollständig ausgeschlossen wissen wollen.
Nun muß jedoch anerkannt werden, daß dieses System, obgleich es für die Wissenschaft nur noch einen historischen Wert besitzt, beim Bestimmen von Pflanzen wertvolle Dienste zu leisten vermag. Es wäre uns deshalb auch nicht angängig erschienen, die erwähnte Tabelle zu beseitigen, wenn wir nicht geglaubt hätten, dafür etwas Besseres einsetzen zu können, nämlich eine Tabelle, die auf völlig neuen Gesichtspunkten basiert: ~Sämtliche Gewächse -- mit Einschluß der berücksichtigten Kryptogamen -- sind ohne Hinblick auf irgendein System in 8 Gruppen gebracht, die so abgegrenzt wurden, daß es nur eines Blickes bedarf, um eine unbekannte Pflanze in sie richtig einzugliedern~. Zur Unterscheidung der einzelnen Familien und Gattungen sind in erster Linie stets die ~augenfälligsten~ und ~deutlichsten Merkmale~ berücksichtigt worden. Die neue Tabelle bietet gegenüber der alten außerdem den großen Vorteil, daß mit ihrer Hilfe selbst solche Gewächse leicht bestimmt werden können, die entweder nur selten blühen (wie manche Wasserpflanzen!) oder sehr kleine, unscheinbare Blüten besitzen.
Auf Wunsch vieler Freunde des Buches haben wir weiter eine Tabelle eingerichtet, die das ~Bestimmen sämtlicher Holzgewächse allein nach den Blättern~ ermöglicht.
Eine besondere Sorgfalt wurde auch der ~Fassung des Textes~ gewidmet. Mit Ausnahme ganz weniger Ausdrücke, die am Fuße der Tabellen angegeben und in der Einleitung erklärt worden sind, haben wir alle Bezeichnungen vermieden, die nur der botanischen Kunstsprache angehören und deshalb für den Anfänger unverständlich sein würden. Infolge dieser Einrichtung kann das Buch auch von dem mit Erfolg benutzt werden, der keinerlei botanische Vorkenntnisse besitzt und im Bestimmen von Pflanzen nicht geübt ist.
Die Anzahl der ~Abbildungen,~ deren große Bedeutung von allen Seiten immer mehr anerkannt wird, hat wiederum eine beträchtliche Vermehrung erfahren. Dieser Umstand, in Verbindung mit den bereits erwähnten Bereicherungen, hat zur Folge gehabt, daß das Buch um etwa einen Bogen stärker geworden ist. Es hat aber, da zum Drucke dünnes, jedoch sehr gutes Papier verwendet wurde, den Charakter einer Taschenflora keineswegs verloren.
Erklärung der botanischen Kunstausdrücke.
1. Die Wurzel.
Die Wurzel ist niemals mit Blättern (Blattresten, Blattnarben!) besetzt und dadurch von den unterirdischen Stengelgebilden sicher zu unterscheiden. Die Haupt- oder Pfahlwurzel bildet die direkte Fortsetzung des Stengels; ihre seitlichen Verzweigungen sind die Seiten- oder Nebenwurzeln. Bei vielen Pflanzen geht die Hauptwurzel bald zugrunde und wird durch einen Büschel faden- oder strangf. Nebenwurzeln ersetzt, die am unteren Teile des Stengels entspringen. Die Hauptwurzel heißt: spindelf., wenn sie einen langgestreckten, spitzen Kegel darstellt (Querschnitt kreisrund, Längsschnitt lanzettl. -- Möhre); rübenf., wenn sie im oberen Teile dick aufgetrieben und kreisrund ist (Runkelrübe). Außerdem unterscheidet man noch walzliche, fädliche, holzige und fleischige Hauptwurzeln. Die Nebenwurzeln sind zuweilen knollig verdickt (Scharbockskraut, Knabenkraut).
2. Der Stamm.
Der oberirdische Stamm ist entweder holzig und ausdauernd oder saftig und krautig und dann meist alljährlich absterbend. Im letzteren Falle wird er gewöhnlich Stengel genannt. Einen hohlen, durch verdickte Knoten und Querscheidewände gegliederten Stengel bezeichnet man als Halm (Gräser). Beim Halbstrauch ist der untere Teil verholzt, während der obere krautig bleibt und jedes Jahr abstirbt (Bittersüß).
Nach der Richtung, Beschaffenheit der Oberfläche usw. nennt man den Stamm: aufrecht, d. h. senkrecht oder ziemlich senkrecht (Raps); aufsteigend, im unteren Teil auf dem Boden liegend, im oberen aufrecht (Feld-Beifuß); niederliegend oder niedergestreckt, der ganzen Länge nach dem Boden aufliegend (Vogel-Miere); kriechend, niederliegend und dabei an verschiedenen Stellen Wurzeln treibend (Gänse-Fingerkraut); windend, sich spiralig um andere Körper herumlegend (Hopfen); kletternd, mit Hilfe von Ranken, hakenf. Stacheln oder Wurzeln an anderen Gegenständen in die Höhe steigend (Weinstock, Klebkraut, Efeu); rasig, wenn viele Stengel derselben Pfl. dicht gedrängt zusammenstehen; stielrund, im Querschnitt kreisrund; halbkreisrund, der Querschnitt ist ein Halbkreis; geflügelt, mit breiten, herablaufenden Hautsäumen (viele Platterbsen); gefurcht, der Länge nach mit ziemlich breiten, rinnenf. Vertiefungen versehen (Pastinak); gerillt, gerieft, ebenso, aber die Vertiefungen sehr schmal (mehrere Doldengewächse).
Ausläufer sind am Grunde des Stammes entspringende Seitenzweige, die entweder dem Boden aufliegen oder in der Erde fortkriechen, an den Knoten Wurzel schlagen und oberirdische Sprosse bilden (Erdbeere, Kartoffel).
Der unterirdische Stamm ist von der Wurzel durch die Ausbildung von Blättern oder Blattschuppen zu unterscheiden (s. oben). Man nennt ihn Wurzelstock, wenn er von mäßiger Dicke und ziemlich gleichf. (wurzelähnlich) gebaut ist (Windröschen); Knolle, wenn er mehr oder weniger kugelig verdickt ist (Kartoffel) und Zwiebel, wenn er stark verkürzt und von mehreren dicken, fleischigen Blätt. schalenf. umgeben ist (Küchenzwiebel).
